Ostergrusz

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Jürgen O. Stange
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Ostergrusz

Beitrag von Jürgen O. Stange » Do Mär 29, 2018 8:53 am

Leserbrief zu RZ Andernach & Mayen vom Donnerstag, 29. März 2018, Seite 2

„Und da sich die neuen Tage; Auf dem Schutt der alten bauen; Kann ein ungetrübtes Auge; Rückwärts blickend vorwärts schauen.“ Unser großer Dichter Friedrich Wilhelm Weber, hatte seinen angemessenen Platz im Lehrbetrieb der Schulen, bis Hitler kam. Leider wird er auch heute nicht mehr gelehrt, obwohl er u.a. in „Dreizehnlinden“ (über 200 Auflagen!) immer noch absolut aktuell ist:
Sohn, ich las im Runenbuche manches Blatt, ein Zeichendeuter
Viel zur Trauer, viel zum Troste wenn ich weiter las und weiter
was sie Weltgeschichte nennen ist ein wüstverworrner Knäuel:
List und Trug, Gewalt und Schwäche,
Feigheit, Dummheit, Wahn und Greuel
Weise Tugend schweigt und trauert:
Will sie reden, will sie klagen;
Wandert sie in Kerkergrüfte;
Oder wird ans Kreuz geschlagen.
Starke, die sich Treiber dünken;
Werden doch nur selbst getrieben,
Heergeräte eines Stärkern;
Die gebraucht, verbraucht, zerstieben.“
Dem Wahn einiger Religionen mit Alleinvertretungsanspruch „Göttlicher Weisheit“, stelle ich Elias Canetti, Nobelpreisträger für Literatur, entgegen: „Wie unfassbar bescheiden sind doch jene Menschen, die sich nur einer Religion verschrieben haben, ich hatte derer viele und die sich ihnen überordnet entwickelt sich langsam in meinem Leben.“

Jürgen O. Stange

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