5 Bürgermeister-Kandidaten stellten sich in Remagen vor

3 Kandidaten (CDU, SPD und FWG) werfen ihren Hut in den Ring. Der 4. Kandidat: Horst Mahncke, parteilos.
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Horst Mahncke
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5 Bürgermeister-Kandidaten stellten sich in Remagen vor

Beitrag von Horst Mahncke » Mi Feb 28, 2018 11:47 pm

Die Rheinhalle war komplett gefüllt, das Interesse der Wählerinnen und Wähler riesen groß und voller Erwartungen. Die RheinZeitung hatte eingeladen, die beiden Redakteure Christian Koniecki und Jan Lindner moderierten. Diskutierte Themen waren Verkehr: B-9 und Bahnlärm, fehlendes Radnetz, Lkw-Maut für die B-9, Tourismus, Leerstände, Nahversorgung der Ortsteile, kleinerer Stadtbus, kleinteiligem Wohnraum für Studenten u.a..
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Gleichklang für eine Stärkung der Ortsteile, viele Potenziale im Tourismus, Anbindung und Integration der Fachhochschule, Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen.

(Anmerkung Horst Mahncke: Die Landesregierung RLP fördert zur Zeit die "Interkommunale Zusammenarbeit". Kommunen, wie z.B. die VG-Maifeld sehen hier auch ein Potential zur weiteren Postenvergabe: Gründung von GmbHs, Zweckverbände o.ä. wo Geschäftsführer nebst üppiger Altersversorgung eingesetzt werden können. Hier haben sich auch Kanzleien darauf spezialisiert Staatsapparate für die Entscheidungsträger wirtschaftlich zu gestalten. Z.B. auch Angaben zu Gehältern der Geschäftsführer zu vermeiden / Volksmund: Zu vertuschen, bei Informationen zu mauern etc.. Gutachten, die daher sehr gerne zwecks WinWin-Situation von den Räten (sehr oft auch mangels Kompetenz) in Auftrag gegeben werden u.ä.. - Transparenz und Bürgernähe wie oft auf Wahlplakaten der CDU u.a. zu lesen ist, nur allzu oft Fehlanzeige.)

Erhoffte unterschiedliche Bewertungen einzig nur beim 42 Mio. € teuren Hotelbau am Remagener Brückenkopf:

- Naturgemäß zeigen sich die GroKo-Parteien / die Kandidatin Susanne Junge (SPD) und Kandidat Walter Köbbing (CDU, nebst Amtsvorteil als Remagener Ortsvorstehers) optimistisch bei wohlwollenden Investoren.

- Einzig die 3 "Freien" / unabhängigen Kandidaten haben eine etwas kritischere / andere Auffassung. Auch weil sie überwiegend nicht aus dem Beamtentum, sondern aus der Privatwirtschaft kommen: Peter Wyborny erinnerte an zusätzliche Konkurrenz für das im Bau befindliche Hotel im Stadtkern, Björn Ingendahl mahnte zur Vorsicht, Gereon Wickords hegte größte Zweifel. - Wie seriös der Investor / Bauträger sein soll, ist wohl ungewiß. Niemand kann garantieren, das nach dem Bau nicht eine andere, weitaus lukrativere Nutzung (Eigentumswohnungen / Seniorenresidenz o.ä.) stattfinden soll ?

Kontroverse Diskussionen blieben leider aus. - Ein Schelm, der Böses dabei denkt ? (Moderation CDU-freundliche RheinZeitung)

Also ich hätte gerne erfahren, wie die 3 freien / parteilosen Kandidaten nach der Wahl beabsichtigen sich gegen das Netzwerk (im östlichen Volksmund: Seilschaften) der CDU-starken Räte: Stadt Remagen 38,8 %, LaKreis Ahrweiler 45,7 %, oder anderen Ebenen durchzusetzen ? - Ich möchte da niemandem der 3 "Freien" zu nahe treten, aber die Gefahr: Teil derer zu werden, die man "heute" noch bekämpft, ist relativ hoch. Hier geben dann aber leider erst die nachfolgenden ersten Sitzungen / Konstituierende Sitzungen bei Räten Aufschluß, WAS mit dem Votum des Wählers / der Wählerin passiert ist ?

Diskutieren Sie mit !

Was halten Sie von der Blauäugigkeit i.S. "Hotel am Brückenkopf" ?

LG, Horst Mahncke, Mitglied Haupt- Finanz- und Personalausschuß VG-Maifeld
Vetternwirtschaft und politische Willkür ?
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Horst Mahncke
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Wahlergebnis der 5 Bürgermeister-Kandidaten in Remagen.

Beitrag von Horst Mahncke » Mo Mär 05, 2018 11:20 pm

Remagen hat gewählt:

Björn Ingendahl erreichte die meisten Stimmen, mit einem überaus beachtlichem Ergebnis von fast 37 %. In 7 von 13 Wahllokalen hatte der parteilose Kandidat der GRÜNEN die Nase vorn. Das spannende Kopf an Kopf Rennen dauerte fast 1 Std. Gegen 18:30 Uhr in der gut besuchten Rheinhalle dann der erste Jubel: Bei den GRÜNEN.

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Gegen 19:20 Uhr verkündete dann der CDU-Amtsinhaber Herbert Georgi erlösend das Ergebnis. Seinen ganz besonderen Dank richtete er an die 3 ausgeschiedenen Kandidaten: Sabine Junge, SPD (knapp 15 %), Gereon Wickord, parteilos (knapp 9 %) und Dr. Peter Wyborny, ebenfalls parteilos (knapp 6 %). Die %-Angaben wurden hier der einfachheithalber bei allen Kandidaten aufgerundet.

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Der CDU-Lokalmatador Walter Köbbing erreichte ca. 3 % (170 Stimmen) weniger, wie sein parteiloser Mitbewerber Björn Ingendahl, nur fast 34 %. Und das trotz massiver Wahlunterstützung der CDU auch von höherer Ebene:

- Aus Mainz: CDU-Parteifreund Mathias Lammert, MdL in RLP, warb ganzseitig für eine CDU-Veranstaltung "Forum Sicherheit" in Ringen.

- Aus Remagen und Umgebung trumpften in der letzten Ausgabe vor der Wahl auf etlichen Seiten CDU-Parteifreunde im kostenlosen redaktionellen Teil auf. Pfader Beigeschmack einige Ausgaben vorher: In 2 Leserbriefen vermieden 2 CDU-Funktionäre ihre Parteizugehörigkeit. - Kampf mit "offenem Visier" sieht anders aus.

- Blick-Aktuell sorgte zumindest für eine wahlträchtige Positionierung eines redaktionellen Teils "Orgelbaufirma mit Köbbing, nebst KSK u.a." auf die ersten Seiten, noch vor dem Inhaltsverzeichnis (DAS muß ein "Einzelkämpfer" erstmal schaffen):

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Auf diese Art erhalten Begriffe wie "Netzwerk" und Aussagen der CDU / Walter Köbbing, Zitat: "breit aufgestellt" Zitat Ende, eine völlig neue Bedeutung. Haben wir "Wessis" uns früher über den Osten, oder andere Länder lustig gemacht mit Schlagworten, wie "Seilschaften", "Bananen-Republik" o.ä., muß man heute feststellen: Das wir, die wir vorgeben in einer Demokratie zu leben, auch nicht viel besser sind. - Im Gegenteil.

Beim Ergebnis bedauerten viele Anwesende die sehr geringe Wahlbeteiligung von nur knapp 44 %. Gerade bei 5 Kandidaten wäre eine deutlich höhere Wahlbeteiligung zu erwarten gewesen. Denn eigentlich müßten bei solch einem breiten Angebot fast alle Wählerinnen und Wähler ein großes Interesse an der Wahl gehabt haben. - Schade.

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